Aktuelles

Einweihung

12.05.2016

Eröffnung terroir f "Der magische Ort in Eibelstadt" am 29. April 2016

Auszug aus der Rede des 1. Bürgermeister Schenk:

Bürgermeister Schenk begrüßte herzlich die geladenen Ehrengäste und Festredner.
Sein besonderer Gruß galt Frau Landtagspräsidentin und Festrednerin Barbara Stamm. Ihre Verbundenheit zu Eibelstadt wird sehr geschätzt. Eibelstadt kann immer auf sie zählen und bauen.
Weiterhin begrüßte er aus dem Bayerischen Landtag die beiden Abgeordneten Manfred Ländner und Volkmar Halbleib, die stellvertretende Landrätin Karen Heußner als Vertreterin des Landkreises, den Präsidenten der Landestanstalt für Wein-u. Gartenbau in Veitshöchheim, Herrn Dr. Kolesch und Herrn Bätz, den Weinbaupräsidenten Artur Steinmann mit der neu gewählten Repräsentantin, der Fränkischen Weinkönigin Christina Schneider und weitere zahlreiche Ehrengäste.

Sodann kam der Bürgermeister auf die Entstehung bzw. Entwicklung des "Magischen Ortes" zu sprechen:

Bei einer Machbarkeitsstudie der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau im Jahr 2010 war das Ziel, gemeinsame Orte der Begegnung zu schaffen und das Thema Wein herauszustellen. Beim alten, geplanten Standort am Altenberg kam es u.a. aufgrund der zu kleinen Grundstücksfläche und der vorgelegten Kostenschätzungen nicht zur Umsetzung des Projektes und es wurde dann auf Eis gelegt. Nach einem Gespräch mit dem Präsidenten der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau, Herrn Dr. Kolesch im Juni 2014, wurde das Thema "terroir f" wieder aufgenommen. Das Thema Rebsorten wurde für Eibelstadt fixiert. Sodann folgte eine Begehung des Stadtrates am Kapellenberg. Hier kam man dann an die Steinsitzgruppe und nach einer Perspektivenbetrachtung von allen Ecken aus - vom Radweg, vom Main - von Süden, Westen und Osten, wurde in der Stadtratssitzung ein einstimmiger Beschluss für die Wiederaufnahme und konkrete Umsetzung des Projektes gefasst.
Es folgten einige Gespräche mit dem Planungsbüro arc.grün, Herrn Architekten H. Wirth.
Die Vorgaben der guten Erreichbarkeit für Jedermann und die Verbindung zum Ort standen im Fokus, ebenso die Kostenschätzung von brutto 95.000 EUR einzuhalten. Der Förderbescheid kam dann am 19.12.2014 über die Höhe von 38.750 EUR.
Hier bedankte sich der Bürgermeister bei der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau, bei dem Freistaat Bayern und den regionalen Politikvertretern, welche diese hohe Förderung ermöglichten.
Die Natur hinter und um das Bauwerk sollte im Wesentlichen erhalten bleiben. Hieraus hat sich die ellipsenähnliche Form der Architektur ergeben. Keine Treppenanlage sondern der natürliche Aufgang zur Plattform konnte so gut umgesetzt werden. Ebenso wurde im Bauwerk ein Raum geschaffen, wo Sitztischgarnituren und Sonnenschirme, zur Nutzung bei größeren Führungen, Platz finden.
Es wurden dann Rebsortenpaten für die Sitzwürfel und Stehlen gesucht und gefunden. Die Rebsorten wurden verlost, die Präsentation für die Schaustehle erstellt und die vier Rebsorten (Domina, Müller-Thurgau, Blauer Spätburgunder und den Grünen Silvaner) sind im Rebenspiel beschrieben. Das alles waren die Arbeitsschritte zur Entstehung dieser Aussichtsplattform in Kurzform.
Das Gesamtbild aller genannten Komponenten und Gewerke kann sich heute sehen lassen.
Dankeschön nochmal an alle, die ihren Beitrag zu diesem anschaulichen Ergebnis geleistet und sich eingebracht haben. Der Blick auf unser Eibelstadt und weitere sechs Ortschaften (Rottenbauer, Heuchelhof, Winterhausen, Sommerhausen, Goßmannsdorf, Hohestadt) laden zum Verweilen ein.
Die Vorstellung, dass vor Millionen von Jahren das sichtbare Maintal und die Flächen zu unseren Füßen mit Wasser bedeckt waren, ist schon imposant. Die schöne Natur, der Blick auf den Main und die Weinberge sind wunderbar!
Sodann segnete Herr Pfarrer Dr. Fungula diesen "Magischen Ort".
Mögen Einheimische, Besucher und Gäste die Inhalte zum Thema "Wein" kennen lernen, sich inspirieren lassen und so die Zukunft mitgestalten.

Auszug aus der Rede des Weinbaupräsidenten Artur Steinmann:
"Der Bühnenbildner und Dichter Robert Walser sagte einmal: "Die Natur braucht sich nicht anzustrengen, bedeutend zu sein. Sie ist es.
" Was steht hinter den magischen Orten in Franken?
Die Magischen Orte in Franken, das sind ausgesuchte Plätze in den besten Weinlagen in Franken. Bei der Auswahl geht es uns nicht darum neue Punkte zu markieren, vielmehr wollen wir bestehende Orte, die in den meisten Fällen keine Aufmerksamkeit der Pflege mehr erhalten haben, auf hübschen und dadurch für unsere Landschaft, Gäste und Einheimische wieder attraktiv machen. Bürger die ihre Heimat kennen, haben in vielen Fällen das Wissen wo die beeindruckensten Stellen in unserer Landschaft sind.
Unsere Gäste die aus Hamburg, Berlin, München und Düsseldorf zu uns kommen, haben dieses Wissen nicht. Sie kennen die Residenz, das Käppele und die Festung Marienberg. Die Schönheit unserer Kulturlandschaft, wie hier in Eibelstadt am magischen Ort, bleibt ihnen verschlossen. Robert Walser hat Recht, "Die Natur braucht sich nicht anzustrengen, bedeutend zu sein. Sie ist es." Andererseits kann der Mensch auf die Architektur der Natur aufmerksam machen indem er seine eigene Gestaltung dazu stellt.

Ich will ein Beispiel nennen:
Der Königssee mit seinen Gebirgszügen und dem Watzmann wird durch die Wallfahrtskapelle St. Bartholome erst in besonderer Weise aufgewertet. Man besucht diese kleine Kirche und genießt dabei die wunderbare Landschaft.
Dieses Ziel verfolgen wir mit dem frankenweiten Konzept der magischen Orte. Auf intakte Kulturlandschaft mit sensibel gestalteter Architektur, die dem Ort, den Menschen die dort leben und der Natur gerecht werden, aufmerksam machen. Und kennt man einen Ort will man weitere kennenlernen.

Mit der heutigen Einweihung hier in Eibelstadt sind nach Iphofen, Escherndorf und Sommerhausen, frankenweit vier magische Orte umgesetzt, fünf weitere werden noch in diesem Jahr dazu kommen.

Im Namen des Fränkischen Weinbauverbandes beglückwünsche ich Eibelstadt zur Einweihung des vierten Magischen Ortes in Franken und wünsche allen Besuchern gute, bleibende Erinnerungen an Eibelstadt, Franken, seinen Winzern und deren Kulturlandschaft."

(Bildervermerk: Dr. Gabriele Brendel/Maximilian Kuhbandner)