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Versammlung der Kanuten auf dem Main

07.06.2018

45. Bayerisches Kanu-Wanderfahrertreffen in Eibelstadt 

Der Blick in das Schleusenbecken der Staustufe Randersacker war beeindruckend. 80 Boote tummelten sich da, darauf wartend, dass sich das untere Schleusentor endlich öffnet. „Wir haben über 90 Teilnehmer beim 45. Bayerischen Wanderfahrertreffen“, sagte Rainer Deville, der Cheforganisator vom diesjährigen Veranstalter, dem Kanu-Club Würzburg (KCW). Unter den Booten waren auch Zweier-Kajaks und Canadier, daher die Differenz.

Gestartet waren die Teilnehmer vom Campingplatz des Wassersportclubs Eibelstadt. „Unser Vereinsgelände in Würzburg wäre viel zu klein gewesen“, meinte Horst Nohe, der Vorsitzende des KCW. „Deshalb waren wir sehr froh, die viertägige Veranstaltung mit dem Start-, Ziel-, und Versammlungs- und Übernachtungsort in Eibelstadt durchführen zu können.“

Das Programm ging über vier Tage, von Donnerstag, den 31. Mai bis Sonntag, den 3. Juni. An jedem Tag stand eine Kanuwandertour auf dem Programm. Und an jedem Tag gab es auch ein Rahmenprogramm mit Besichtigungen, Rundgängen und Schulungen. So gab es Rundgänge und Führungen in Veitshöchheim, Würzburg und Eibelstadt. „Bis auf die Sicherheitsschulung am Samstag haben wir alle Programmpunkte so geplant, dass sich niemand zwischen Tour und Rahmenprogramm entscheiden muss“, erläuterte Deville.

Die erste Tour war die längste, von Eibelstadt nach Veitshöchheim. Am zweiten Tag ging es von Marktbreit nach Eibelstadt, am dritten Tag von Eibelstadt nach Würzburg und zum Schluss dann von Goßmannsdorf zurück nach Eibelstadt. Boots- und Personentransporte waren mit Vereins- und Verbandsbussen perfekt organisiert.

„Das Wetter war super, nur der Gegenwind war etwas anstrengend“, war von mehreren Teilnehmern zu hören. Naja, manchmal nervten auch die Wartezeiten vor den Schleusen. Denn am Main gibt es bisher nur wenige Staustufen mit einer effizienten Sportbootschleuse. Und der Main hat über vierzig Schleusen, viele davon sehr alt.

Das war dann auch ein schöner Anknüpfungspunkt für den Präsidenten des Bayerischen Kanu-Verbands (BKV) Oliver Bungers beim Festabend im großen Zelt am Samstag in Eibelstadt. Er warb vehement für den Bau einer Sportbootschleuse in Würzburg, damit das für 2024 in Würzburg geplante Fest zum hundertjährigen Jubiläum des Bayerischen-Kanu Verbands auch einen angemessen Rahmen bekäme.

Der vom KCW-Vorsitzenden Nohe moderierte Festabend am Samstag war auch für viele Teilnehmer ein Höhepunkt. Denn da traten nicht nur die stellvertretende Landrätin Karen Heußner und der 1. Bürgermeister von Eibelstadt Markus Schenk mit herzlichen Begrüßungen ans Rednerpult. Nach einer schönen und beeindruckenden Lesung der Autorin und KCW-Paddlerin Cornelia Böse war die Bühne frei für ganz viele Ehrungen. Elf anwesende Paddler wurden mit Wanderfahrerabzeichen in Silber, Gold und Gold-Sonderstufen geehrt.

Gerdi Baumer, BKV-Vizepräsidentin Freizeitsport, hatte zuvor erklärt, dass zum Erreichen dieser Abzeichen hohe jährliche Kilometer-Hürden überwunden werden müssten, diese Auszeichnungen also überhaupt nicht leicht erreichbar seien. Und dann wurden auch die Organisatoren der Veranstaltung mit Urkunden und der organisierende Verein mit einer BKV-Spende geehrt.

 

Die gute Paddler-Gemeinschaft, die an diesem Abend wieder sehr deutlich wurde, beeindruckte auch die Ehrengäste Heußner und Schenk. Sie blieben lange. Und als sie gegangen waren, war für viele noch lange nicht Schluss. Denn es ist immer schön, einen warmen Sommerabend bei Gesprächen im Kreis von angenehmen Menschen zu genießen.
Text und Fotos:
Jürgen Schneider (Bay. Kanu-Verband e.V.)